DIE EU-STANDARDS

Eine neue Richtlinie zum Schutz vor Lärm (Direktive 2003/10/EG) der Europäischen Union ist am 6. Februar 2003 in Kraft getreten und muss bis zum 15. Februar 2006 von den EU-Mitgliedsstaaten in geltendes Recht umgesetzt werden. Abweichend vom bisherigen Regelwerk (Stand: Mai 1986) enthält diese Richtlinie Verschärfungen der Grenzwerte für Lärm am Arbeitsplatz.

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Tages-Lärmexpositionspegel

Die neue Richtlinie schreibt Auslösewerte für das Einhalten von Lärmschutzmaßnahmen vor, die um 5 dB (A) unter den bisherigen liegen. So sieht die derzeitige EU-Gesetzgebung als obere Auslösegrenze für das Ergreifen von Schutzmaßnahmen vor schädigender Geräuschbelastung einen Wert von bislang 90 dB (A) vor (LEQ-Pegel, vgl. Glossar, also verteilt über einen durchschnittlichen Arbeitstag von acht Stunden).

Dieser obere Expositionswert wird auf 85 dB (A) herabgesetzt. Ebenso wird der untere Auslösewert von derzeit 85 dB (A) in Zukunft auf 80 dB (A) abgesenkt. Bei Werten zwischen 85 und 87 dB verlangt die neue EU-Richtlinie das Ergreifen von Gegenmaßnahmen und das Tragen von Gehörschutz. Neu ist die Einführung einer zeitlich gewichteten Durchschnittsbelastung (LEQ, Expositionsgrenzwert) von 87 dB (A), die unter keinen Umständen überschritten werden darf. Dieser Wert gilt durchgängig für alle Arbeitnehmer – im Call Center oder auf der Baustelle.

Maximal erreichbarer Schallpegel

Neben dem Tages-Lärmexpositionspegel haben sich auch die Auslösewerte für den maximal erreichbaren Schallpegel (Peak level, vgl. Glossar) geändert. So gilt für den unteren Auslösewert eine Grenze von max. 135 dB SPL und für den oberen von max. 137 dB SPL. Der Expositionsgrenzwert, der auf keinen Fall überschritten werden darf, liegt bei 140 dB SPL.

Schutzmaßnahmen im Call Center

Ein wirksamer Schutz im Sinne der Gesetzgebung beginnt für Call Center vor allem beim technischen Equipment. Darüber hinaus ist der Arbeitgeber verpflichtet, seine Mitarbeiter entsprechend zu informieren. Wie Untersuchungen gezeigt haben, liegen die Expositionswerte der meisten Call Center-Mitarbeiter mit ca. 74 dB (A) unter den gesetzlichen Grenzwerten. Es gibt jedoch immer wieder einzelne Mitarbeiter, die bei ihren Telefonaten eine größere Lautstärke bevorzugen. In diesem Fall muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass deren Telefone oder Headset-Verstärker leiser gestellt werden. Gute Headsets mit hohem Frequenzband, in Kombination mit einem digitalen Verstärker, machen solche Maßnahmen überflüssig.

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